Geronimo Hair Pomade Review

Geronimo Hair Pomade

Geronimo Hair Pomade

Neben den Work-Wear Jeans von EVIL DENIM habe ich, ebenfalls auf dem Rhythym Riot,  die neue Haus-Pomade von Geronimo entdeckt, einem Vintage-Styling Label aus England. Wie die kürzlich vorgestellte Dapper-Man Pomade , ist auch diese wasserlöslich und besonders leicht auszuwaschen.

Etwas überraschend für Pomade, der erste Eindruck: es sieht aus wie Gel, hat eine Konsistenz wie Gel und verhält sich auch im Haar – man möge es bereits vermuten – wie Gel.

Da auf der ersten Serie noch nicht alle Etiketten aufgebracht waren, und ich auch die angekündigte Email von Geronimo leider nicht erhalten habe, liegen die Inhaltsstoffe  (noch) im Geheimen. Eine deutliche Wasserbasis ist jedoch unverkennbar, frisch eingebracht ist das Haar sehr feucht und das ganze erinnert sehr an Wet-Gel. Entsprechend mäßig lässt es sich auch nur in Form bringen. Für mehr anliegende Frisuren machbar, ist das Kämmen einer Tolle schwerlich möglich. Die Pomade verliert langsam die Feuchtigkeit, und braucht demzufolge auch lange um zu festigen. Richtiger Halt ist nur mit mehrfachem Einsatz und anfänglichem Trockenföhnen zu erreichen, was das Frisieren danach allerdings denkbar erschwert. Ebenso verliert die angetrocknete Pomade durch das Kämmen ihren schönen Glanz, und das Haar wirkt stumpfer – wie das bekanntlich auch bei Gel der Fall ist.

Die Pomade ist für glattes und gut frisierbares Haar besser geeignet, bei Locken oder Wellen wird sich der Effekt durch den Wasseranteil eher verstärken.

Von der vielversprechenden Label-Ansage ”Specially formulated to hold like grease but wash out like gel” bestätigt sich letzteres allemal, was den Halt angeht mag es bei Vorzügen für weiche Haarprodukte und einfachere Frisuren zufriedenstellend sein. Klassische ”Pomadiers” wird dieses Produkt allerdings nicht überzeugen, dafür vermisst man zuviele Eigenschaften welche eben eine Pomade ausmachen. Für Haar-Gel Nutzer hingegen ist es durchaus einen Versuch wert, wer dazu eine Vintage-Optik schätzt, dem wird die schicke Metalldose mit Retro-Label besser gefallen als jede Plastiktube.

Moritz Kickhöfen

fb: Hillbilly Hepcat

Geronimo Hair Pomade, 120gr. Dose, ca. 5 GPB

Geronimo Hair Pomade

Geronimo Hair Pomade

Geronimo Hair Pomade

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DIY – Lampenerneuerung

Kürzlich haben wir für unser Wohnzimmer, gediegene Ausstattung mit afrikanischer Deko, ein wunderhübsches Lampenpaar entdeckt. Ein Mann mit Trommel und eine Frau mit Krug, von einer Lampe beschirmt.  Die beiden haben wir so als Set bei Ebay für etwa 50 EUR erstanden! Ein super Preis, der natürlich auch seinen Haken hat. Die Technik (Kabel) waren nicht mehr das Wahre und auch die Lampenschirme waren mit den Jahren ganz schön alt geworden. Nichts desto trotz haben wir uns verliebt und in guter Vintage-Manier Instand gesetzt was nötig war. Die Kabel, Stecker und Lampenfassungen wurden ersetzt. Wobei wir natürlich darauf geachtet haben, dass dies nicht fiese, weiße Plastikkabel, sondern hübsche, schwarze stoffummantelte Kabel sind. Solch praktische Dinge, wie Kabel, Stecker, Schalter und Co. in Retro-Optik gibt es Online zu kaufen und sie erleichtern so einige Erneuerungen. Anschließend waren die Lampenschirme dran. Passend zum Thema haben wir uns für Bast statt Stoff entschieden und nichts ist leichter, als einen Lampenschirm mit Bast wieder hübsch zu machen. Alter Stoff runter, Gestellt gereinigt und den Bast, je nach gewünschter Farbe, um das Gestell gewickelt. Gut verknoten, fertig!

Wenn Ihr Euch also in alte Lampen verguckt haben solltet und diese ein wenig Erneuerung benötigen… keine Angst: wenn wir das hinkriegen, schafft das nun wirklich jeder. ;-)

Hier noch flott der Link zum Onlineshop für Kabel & Co.: www.textilkabel-shop.de

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Der Bart ist ab!

The Heritage Post – Das Magazin für Herrenkultur

Mit der neusten Ausgabe der „The Heritage Post“ präsentiert das Redaktionsteam, um den Düsseldorfer Atelier Uwe van Afferden, schon die vierte Ausgabe des mittlerweile recht bekannten Herren Lifestyle-Magazins. Auf knapp 150 Seiten werden dem Leser eine Mischung aus Mode, Musik und Lifestyle-Produkten präsentiert, die sich hauptsächlich an den Stilen des späten 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts orientiert. Dabei legt das Magazin Wert auf eine äußerst hochwertige Aufmachung. Neben gut ausgewählten und handwerklich ausgezeichneten Fotografien, handgezeichneten Illustrationen sowie einer breiten Themenvielfalt rund um den genannten Lebensstil, besticht die Zeitschrift mit schwerem Hochglanzpapier und einem angenehm handlichen Format.

Weniger überzeugend sind jedoch die geschriebenen Beiträge und auch inhaltlich weist das Magazin Mängel auf. Nach einem überheblich wirkenden Vorwort des Chefredakteurs, der für sich und seine Mannen die Wiederentdeckung älterer Lebensstile annektiert und die Modeindustrie verdammt, folgt die Rubrik „Rugged Guys“. In diesem Teil des Magazins werden vier Herren aus den unterschiedlichsten Alters- und Gesellschaftsschichten vorgestellt, die anscheinend der vorgestellten Ars Vivendi verfallen sind und vor der Kamera scheinbar auch den Inhalt ihrer Hosen- und Jackentaschen ausbreiten. Im Gegensatz zu älteren Ausgaben wirkt dieser Teil des Magazins zunehmend unglaubwürdig. Die Charaktere wirken konstruiert und verleihen dem Tragen von Retrobekleidung, in dieser Form, einen uniformartigen Beigeschmack.

Obligatorisch für den Tascheninhalt dieser Herren ist das klassische Modell eines Montblanc Kugelschreibers, ein betagtes Feuerzeug, ein seltenes, möglichst stark gealtertes Taschenmesser (anscheinend damals wie heute sehr wichtig in der urbanen Gesellschaft) sowie jede Menge Nonsens. Die Auswahl an Unnützem erstreckt sich über Löffel, Spitzer, Hähnchenknochen, ausländisches Papiergeld bis hin zu  bunten Gummibällen und Ähnlichem. Ungewollt fungieren die durchweg unrasierten Herren nebenbei als genau das, wovon das Magazin sich eigentlich abgrenzen will: zweifelhafte Modepüppchen. An ihnen werden die neuesten Auskopplungen szenebekannter Designer, wie beispielsweise Nigel Cabourn, Haversack, Ralph Lauren und nicht zuletzt auch van Afferden, vorgeführt.

Mehr als lesenswert sind jedoch die Vorstellungen von Firmen, die, mit oder ohne Jahrhunderte alter Unternehmensgeschichte, ansehnliche und robuste Kleidungsstücke und Accessoires produzieren. Mit Liebe zum Detail, jedoch auch mit einer energieraubenden und ständigen Betonung von Traditionsgeist, sind diese Artikel in der Lage, dem Leser Lust auf eine Beschäftigung mit der Materie zu machen, welche über die Lektüre des Magazins hinausgeht. Ebenso erfrischend sind der Rezepttipp und der Beitrag über kaum tragfähige Jeans und ihre Besitzer. In einem Lifestyle-Magazin Hunderassen aufzuführen und deren Vorteile aufzuzählen, um dann letztendlich doch noch klarzustellen, dass es sich bei den Tieren nicht um Modeaccessoires handelt, wirkt wie ein schlechter Witz. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die letzten Zeilen des Artikels, die darauf hinweisen, dass es „…noch zahlreiche weitere Hunderassen [gibt] mit denen Mann sich blicken lassen kann, ohne sich schämen zu müssen.“.

Die Beiträge über Musiker und Künstler sind fragwürdig. Mit je zwei Seiten werden in der vorliegenden Ausgabe der Musiker J.D. McPherson und der Schriftsteller Jack Kerouac dargestellt.

Der Text über J.D. McPherson zeigt sich als widersprüchlich und deutet darauf hin, dass der Verfasser nicht ausreichend mit der Thematik vertraut ist. Zum einen beschreibt der Autor McPhersons Musik als „Rockabilly in seiner pursten […] Form“ und zieht einen unpassenden Vergleich zwischen Charlie Feathers „One Hand Loose“ und McPhersons Hit „North Side Gal“. Zum anderen führt er die musikalische Vergangenheit des Amerikaners an und erläutert den Einfluss von Punkmusik bei seinem Songwriting. Letzten Endes stimmt die vom Autor suggerierte Mischung von Musikstilen nicht mit der tatsächlichen Musik von J.D. McPherson überein und verwirrt den Leser.

Der Beitrag über Jack Kerouac kann eine auffällige Nähe zu dem gleichnamigen Wikipediaeintrag nicht abstreiten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Magazin „The Heritage Post“ ein attraktiver Zeitvertreib in der Bahnhofsbuchhandlung ist, jedoch kann die Zeitschrift bei genauerer Betrachtung ihre Absicht nach wirklicher Authentizität nicht vermitteln und trägt ebenso zu der Kommerzialisierung von klassischen Kleidungstilen bei, wie die im Vorwort angeprangerten großen Modedesigner. Diese beuten in den Augen des Chefredakteurs die beschriebenen Stile aus und „hübschen“, laut van Afferden, ihre fehlende Firmengeschichte zusätzlich mit dem Begriff „Heritage“ auf. Dabei wird das Magazin seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Vorgestellte Marken wie Nigel Cabourn, The Flat Head Jeans, van Afferdens eigene Kreationen und andere vorgestellte Modehäuser, können selbst keine lange Firmenhistorie vorweisen und sie waren auch nicht „schon immer da“.

Mit stattlichen 7,50 Euro in Deutschland und 8,50 Euro in Österreich, liegt die „Heritage Post“ zudem preislich deutlich über anderen Herrenmagazinen.

In seiner Einleitung trifft es Chefredakteur Uwe van Afferden mit seiner Vermutung ins Schwarze, dass „Trittbrettfahrer und Scharlatane“ den Weg zu einem Modebewusstsein mit Traditionsschick gefunden haben und diesen Stil eine Weile nachahmen werden. Anscheinend fanden diese falschen Fünfziger aber auch den Weg in sein Modemagazin.

//Dennis J. Sennekamp//

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EVIL DENIM – Superior Vintage Workwear Jeans Review

EVIL DENIM ''Premier''

Auf dem letztjährigen Rhythym Riot habe ich die Bekannschaft von Nick aus Californien gemacht, seines Zeichens langjähriger Vintage-Trader und Besitzer der 30er-50er Jahre Repro-Kollektion ”Hollywood Rogue” in Los Angeles. Neben dieser Kollektion vertreibt er auch die ”EVIL DENIM Superior Vintage Workwear” Serie, für die er sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, höchste Authentizität und hochwertige Fertigungsqualität zu einem vergleichsweise günstigen Preis anzubieten. Vor allem Letzteres ist, angesichts der nicht selten beeindruckenden Anschaffungskosten für Denim-Reproduktionen, eher die Ausnahme, und für Nick mit einer der Gründe, seine eigene Jeans Kollektion auf, beziehungsweise an die Beine zu stellen.  Diese besteht aktuell aus zwei Hosen -und einem Jackenmodell aus Indigo Denim, und soll in kürze um eine Chinohose im 30er Jahre Stil erweitert werden. In diesem Review möchte ich die ”Premier Line” Jeans vorstellen.

Linie

Mit hoch geschnittenem Bund und weitem Bein ausgestattet, ist der Stil maßgeblich an die 30er Jahre angelehnt, und ermöglicht guten Halt um die Hüfte bei angenehmer Bewegungsfreiheit. Diverse Vintage-Jeans dienten für den Schnitt als Vorbild, um ein möglichst authentisches Erscheinungsbild und hohen Tragekomfort zu erreichen.

Vintage im Detail

Wie es sich für eine authentische Herstellung gehört, finden sich neben der obligatorischen Webkante (Selvedge), bei EVIL DENIM mit rotem Webstreifen, Kupfer-Nieten an allen Ecknähten. Als besonderes Merkmal ist zudem die untere Naht des Hosenschlitzes vernietet, wie man es an vielen Vintage Jeans finden kann. Die Nieten besitzen keine Prägung und wirken daher etwas blank. Geräumige Gürtelschlaufen mit 6cm geben Platz für entsprechend breites ”Schnallwerk”. Kontrastierende Nähte in Gelb und Kupfer, sowie Winkelzierstiche auf den Gesäßtaschen runden die klassische Optik ab. Gleich darüber ist die sehr schöne ”Back Buckle” (aka chinch strap) angebracht. Sie ist aus einem Teil der Selvedge-Kante gefertigt und mit einer kräftigen Metallschnalle versehen. Ein sehr individuelles und gelungenes Detail. Die Uhrentasche ist ebenfalls aus solch einem Stück gefertigt. Für den Verschluss sorgen tolle, silberne Donut-Buttons, die wunderbar zum Workwear Stil der Hose passen. Versäumt ist das Bein außerdem mit einem schönen Kettenstich (heutzutage ist ein Steppstich die Regel).

Garn & Gewebe

Ein kräftiger, mit 12oz mittelschwerer, und eng gewobener raw denim (ungewaschen und unbehandelt) bildet das Fundament der ”Premier Line” Jeans. Er wird in Japan hergestellt und wurde von Nick selbst ausgewählt. Die Baumwollfasern sind mit natürlichem Indigo gefärbt, um auch hier der Authentiziät nachzukommen.

Handwerk

Die Qualität der Verarbeitung macht einen soliden und überzeugenden Eindruck, die Nähte mit einer normalen Stichdichte sind bis auf minimale Abweichungen gleichmäßig und parallel gestochen. Alle Belastungstellen wie Taschenecken oder Gürtelschlaufen sind standardmäßig mit ”bartack” Nähten verstärkt. Die Säume sind ebenfalls ordentlich verarbeitet, die Qualität der Knopflöcher entspricht dem Jeans-Standard. Was rein optische Details angeht, wirken die zu langen Überstände an den Gürtelschlaufen etwas ”übrig gelassen”, hier und da findet sich auch ein Fadenende. Genäht wird die Jeans in den USA.

Pflege & Wartung

Da es sich um Raw Denim handelt, ist beim Waschen etwas Vorsicht geboten. Um ganz sicher zu gehen, wird eine chemische Reinigung empfohlen. Alternativ kann man die Jeans mit kaltem Wasser handwaschen und hängend trocken lassen. Unter warmen Wasser läuft die Hose etwa 2 Inch in der Länge ein, am Bund nur unwesentlich. Die Farbbeständigkeit hängt im wesentlichen von der Häufgkeit des Waschens ab, wobei durch die Färbung mit natürlichem Indigo ein unregelmäßigeres Auswaschen auftreten kann.

Wo & Wieviel?

Das ”Premier Line” Modell ist am einfachsten über Ebay zu bekommen. Neben diversen anderen Vintage-Kleidungsstücken findet man die Jeans in den Größen 30/36 bis 44/36 für 120$ im Ebay-Shop Sneakytiki . Für die Zukunft ist außerdem ein Verkauf über Händler in Europa geplant. Wer ganz in blau gehen möchte, der bekommt für 149$ eine aus dem gleichen Raw-Denim gefertigte und perfekt zur Hose passende Jeansjacke, im Design an Vintage J.C. Penney’s angelehnt.

Für 75$ gibt es die Hose auch in einer günstigeren Version, diese ist dann allerdings nicht  aus Raw-Denim gefertigt, und verfügt anstatt einer Webkante über eine versäumte Beinnaht.

Wer lieber zuerst anprobiert, der hat unter anderem auf dem Rockabilly Rave (UK), Rhythym Riot (UK), Hembsy Weekender (UK), sowie dem High Rockabilly (ESP) die Möglichkeit dazu. Nick wird mit seiner Jeans-Kollektion dort vertreten sein.

Alles in allem

Mit viel Augenmerk auf Authentizität, hochwertigem Raw-Denim sowie überzeugender Verarbeitung ist die ”Premier Line” von EVIL DENIM eine solide Jeans im 30er Jahre Stil. Mit 120$ liegt sie preislich außerdem unter den meisten anderen Reproduktionen, und ist auch in diesem Punkt ein attraktives Kleidungsstück mit tollem Vintage Charakter.

Dieser Artikel ist ein Review auf optisch zu beurteilenden Gesichtspunkten, ein Update nach ausgiebigem Tragen wird hier folgen.

Moritz Kickhöfen

fb: Hillbilly Hepcat

EVIL DENIM ''Premier''

EVIL DENIM ''Premier''

EVIL DENIM ''Premier'' Donut-Buttons

EVIL DENIM ''Premier'' ''Bartack'' Nahtverstärkung

EVIL DENIM ''Premier'' Back Buckle

EVIL DENIM ''Premier''

EVIL DENIM ''Premier'' Selvedge Back Buckle

EVIL DENIM ''Premier'' Webkante & Saumkettenstich

EVIL DENIM ''Premier'' Winkelzierstich

Wie sind eure Erfahrungen mit Denim Reproduktionen? Was ist euer Lieblingsmodell?

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Dapper-Man – The Gentleman’s Pomade Review

Mit dem ”perfekten” Produkt wird wohl schon seit dem Anbeginn des Handels geworben. Wenn es dieses Prädikat erlangen kann, dann bekanntlich immer nur im Auge des jeweiligen Anwenders. Mit ”Dapper-Man – The Gentleman’s Pomade” möchte ich eine in Deutschland eher unbekannte Pomade vorstellen, und möglicherweise erfüllt sie für den ein oder anderen eben jenen Anspruch.

”A perfect hair product”, so jedenfalls bezeichnet Steve Cochrum, Eigner von ”Dapper-Man Brands”, seine Pomade die er seit 2008 vertreibt. Das Rezept stammt aus den 30er Jahren, und wurde von ihm durch Zufall in einem Buch seines Vaters entdeckt. Die Zusammensetzung ist unverändert, lediglich Walfett, damals ein durchaus gängiger Bestandteil von Kosmetikprodukten und heute (zurecht) weitgehend verboten, wurde durch ein Äquivalenz ersetzt. Das besondere: ”Dapper-Man” ist wasserlöslich, besteht aus rein natürlichen Inhaltsstoffen und wirbt als ”green product” mit dem Gesundheitsbonus. Mögliche Nebenwirkungen wie Pomade-Akne oder Haarausfall, wie sie bei Produkten auf Mineralölbasis vorkommen können, sind daher äußerst unwahrscheinlich.

Verschiedene natürliche Öle und Wachse mit hautpflegenden Vitaminen und Fettsäuren, sowie Duftstoffe bilden in der Summe ihr Ganzes und versprechen ”The new definition of refinement for men”.

Äußeres & Inneres

Das Label der schwarzen Dose ist sehr gelungen im 30er Jahre Stil gehalten, und verpasst der Dose einen tollen Vintage ”Anstrich”. Stimmiger dazu wäre ein Behältnis aus Metall, leider trifft das nur auf den Deckel zu, die Dose selbst besteht aus Plastik. Der Schriftzug dürfte bekannt vorkommen, Namespate in leicht abgewandelter Form ist hier die bekannte  Film-Pomade ”Dapper-Dan” aus ”O brother, where art thou”.

Doch nun zum Inhalt: der erste Blick in die Dose wird überraschen. Die weisse, stumpf wirkende Masse erinnert eher an geschlagenes Eiweiss und lässt sich kaum mit dem Aussehen anderer Pomaden vergleichen. Die Anwendung ist leicht, denn sie lässt sich sehr gut in den Händen verreiben, und etwas erwärmt, besonders einfach ins Haar einbringen. Nach etwas Abkühlung kann das Frisieren beginnen, was sich ebenfalls einfach gestaltet. Die Pomade ist zunächst nicht besonders fest, härtet aber nach einigen Minuten noch etwas aus, und gibt einen mittelstarken Halt, wobei dieser nicht unwesentlich vom Haartyp abhängt. Für welliges, lockiges oder widerspenstiges Haupthaar wird der Härtegrad nicht ausreichen, um die Frisur dauerhaft in Form zu halten. Für gerades, leicht frisierbares Haar hingegen schon eher. Der Glanz ist schön seidig und dezent, bei Bedarf lässt sich immer einfach nachkämmen. Das Auswaschen der wasserlöslichen Pomade funktioniert ausgesprochen gut, bereits ohne Shampoo ist das Entfernen praktisch vollständig möglich.

Weniger als dezent ist der eher unspektakuläre Duft, der mit dem einer herkömmlichen Bodylotion oder Handcreme vergleichbar ist. Hier kann Dapper-Man im Vergleich mit anderen Pomaden nicht mithalten, wobei erwähnt sein sollte, dass Duft und Intensität auch immer eine persönliche Geschmacksache ist.

Zusammenfassung

Dapper-Man Pomade überzeugt mit ausgesprochen leichter Anwendung und lässt sich, wenn gewünscht, problemlos aus dem Haar entfernen. Das Haar bekommt gepflegten Glanz, der Halt ist mittelfest und für glattes und leicht frisierbares Haar formstabil.

Mit 14.99$ (~11,50 Euro) für die 70gr Dose ist ”Dapper Man”, wie die meisten vergleichbaren pflanzlichen Produkte, deutlich teuer wie Pomaden auf Mineralöl Grundlage (Vergleich: Black & White, 200gr für ca. 8 Euro). Dazu kommen noch Übersee-Versandkosten, da sie (bis dato) nur aus den USA im Online-Shop zu beziehen ist. Dafür bekommt man ein rein auf pflanzlicher/organischer Grundlage bestehendes Produkt mit qualitativ hochwertigen Inhaltsstoffen.

Wer mit Pomaden auf Mineralölbasis weniger gut zurechtkommt oder wegen allergischer Reaktionen vermeiden muss, sowie all diejenigen, die gerne eine gänzlich andere Pomade ausprobieren möchten und Wert auf biologische Inhaltsstoffe legen, ist Dapper-Man eine interessante und vielversprechende Alternative.

Inhaltsstoffe im Detail: Jojobaöl, Rizinusöl/Olivenöl Mischung, Bienen -und Carnubawachs, natürliche Duftöle

Moritz Kickhöfen

fb: Hillbilly Hepcat

Dapper-Man Pomade

Dapper-Man Pomade

Dapper-Man Pomade

Dapper-Man Pomade

Benutzt ihr Pomaden auf natürlicher Basis? Was ist eure ”perfekte” Pomade?

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Lilli Ann – Mit Grazie und Glamour

Wenn ich vom perfekten Kostüm träume, von Vollendung in Qualität und Design, vom absoluten Auftritt in Vintage Mode, dann spreche ich von Lilli Ann. Vintage Liebhaber der 30er bis 70er Jahre wissen wahrscheinlich wovon ich spreche, und keine Vintage Sammlung darf sich komplett nennen ohne zumindest ein Lilli Ann Ensemble.

Adolph Shuman gründete 1933 in San Francisco die Marke, benannt nach seiner Frau Lilliann. Ein Liebesbeweis, von dem wohl die meisten Damen träumen dürften. Adolph, Kind jüdischer Einwanderer, wuchs in Kalifornien auf, und glaubte wie so viele an den amerikanischen Traum. Ambitioniert startete er mit zwei gemieteten Räumen, aus denen bereits zehn Jahre später zwei Fabrikgebäude wurden. Kurz darauf folgte der große Sprung nach Paris. Lilli Ann war von Beginn an bekannt für seine kunstvoll gearbeiteten Kostüme und Mäntel. Aufwendig geschnitten und für den einzigartigen Auftritt entworfen, fand die Marke schnell Liebhaberinnen unter den Damen der besseren Gesellschaft mit einer Vorliebe für Luxus. Anzeigen schaltete Schuman vorwiegend in der Vogue und der Anspruch an Models und Ästhetik war perfektionistisch. Stets erhobenen Hauptes posierten sie in Anmut und Grazie.

Adolph Schuman eröffnete kurz nach WWII einen Showroom in Paris und stellte schnell eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den damaligen Couture-Häusern dar. Er präsentierte Lilli Ann mit einer prunkvoll inszenierten Modenschau unter dem Titel ’San Francisco to Paris Fashion Show’ und knüpfte freundschaftlichen Kontakt zu Größen wie Coco Chanel und Cristóbal Balenciaga. Gerüchten zufolge habe Letzterer zu einigen Designs der Lilli Ann Modelle anonym beigetragen.

Nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Qualität und der Bemühungen kleine Stofffabriken in Frankreich und Italien zu unterstützen, war Lilli Ann in Europa sehr beliebt. Er kaufte bevorzugt Stoffe von kleinen Unternehmen, die nach dem Krieg in finanziellen Schwierigkeiten steckten und rettete sie so vor dem Aus. Dieses Engagement brachte Adolph Schuman einige Preise und ein hohes Ansehen ein. Die Etiketten von Lilli Ann waren stets namentlich mit dem Stoffhersteller versehen, was auch die Vielzahl unterschiedlicher Auszeichnungen in den Modellen erklärt.

Ab den 60er Jahren wuchs die Marke um eine Stricklinie und Anfang der 70er folgte eine Mod-inspirierte London-Modelinie. Adolph Shuman starb 1985 im Alter von 73 Jahren. Er hinterließ Lilli Ann seiner zweiten Frau und seinem Sohn. Nachdem der einstige Glamour endgültig nachgelassen hatte, verkauften sie in den 90er Jahren das Unternehmen, welches dann Anfang 2000 geschlossen wurde.

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An old-fashion beauty secret: Jergens All-Purpose Face Cream!

Make-up-Entferner, Gesichtsreinigung und Feuchtigkeitspflege in einem Produkt. In den 40er und 50er Jahren waren praktische All-in-one Lösungen heiß begehrt und nur wenige dieser Klassiker haben bis heute überlebt. Die Jergens All-Purpose Face Cream gehört allerdings dazu und nach einigen Tests können wir dieses Produkt nur empfehlen. Ganz so wie Gloria Swanson!

Make-up-Entferner und Gesichtsreinigung

Eine dünne Schicht der Face Cream auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen. Nun etwa eine Minute einwirken lassen und mit einem Tuch abnehmen. Wir empfehlen ein feuchtes Tuch, damit geht es einfacher und schneller. Anschließend die Haut wie gewohnt pflegen. Die Creme entfernt übrigens auch wunderbar Augen-Make-up und Lippenstift. Allerdings sollte man darauf achten, Sie nicht direkt in die Augen zu reiben. So wie bei jedem anderen Produkt auch.

Feuchtigkeit und Pflege

Für einen extra Kick Feuchtigkeit empfiehlt es sich eine Schicht der Face Cream einfach über Nacht auf der Haut zu lassen, ähnlich einer Nachtcreme oder Kur. Sie versorgt die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit und das Ergebnis am Morgen wird Euch überzeugen.Wer generell oder besonders im Winter zu trockener Haut neigt, kann die All-Purpose Face Cream auch tagsüber als Make-up Grundlage verwenden.

Die Creme ist schick rosa, wie es sich für ein damenhaftes Produkt gehört, und hat eine cremig-feste Konsistenz. Der Geruch kann wohl als frisch und rosiger Seifenduft beschrieben werden und mit fast 500 gr wird es wohl ziemlich lange dauern bis man sie aufgebraucht hat, denn die Ergiebigkeit ist erstaunlich.

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Stoffmariechen

Kürzlich entdeckte ich beim stöbern im World Wide Web einen Online-Shop für Vintage-Stoffe und Nähzubehör. Yvonne Reuter, Textilingenieurin und Modedesignerin, hatte sich ans Werk gemacht und einen Shop geschaffen, der sich auf Vintage Stoffe der 50er bis 80er Jahre spezialisiert hat. Unterteilt nach Jahrzehnten oder in den Kategorien Karos, Punkte und Klassiker kann man dann suchen und fündig werden. Die Stoffe sind natürlich nur in begrenzter Meterzahl vorhanden, da es sich hier um Originale und nicht um Repros handelt. Also heißt es schnell sein und nicht lange überlegen.

Zusätzlich führt Sie noch Zutaten und Accessoires die, soweit ich sehen konnte, ebenfalls Original sind. In den Kategorien Vintagemode, Fundstücke und Schnitte / Hefte sind 50er Schätze allerdings selten und man muss schon Glück haben, um fündig zu werden.

Ich habe leider noch nicht bestellt und kann somit auch nicht viel zu Qualität und Service sagen. Wenn es also Erfahrungswerte gibt, gerne einen Kommentar hinterlassen.

Stoffmariechen.de

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Herrenbademode der 50er Jahre: Cabana Sets

Den heissen Sommer diesen Jahres noch nicht vergessen, möchte ich in diesem Artikel einen Klassiker der Herren-Bademode vorstellen: Das ”Cabana-Set”. Wie kaum ein anderes Kleidungsstück der legeren und sportlichen Mode ist es im Stildasein so typisch für die 50er Jahre: ausgefallen, gewaltig in Farbe und Muster und modischer Ausdruck der Vergnügung und Lebensfreude.

Gleichfalls ist es auch ein Produkt der turbulenten Entwicklungsgeschichte der Herrenbademode, welche, man mag es kaum glauben, der der Damen in Sachen Freizügigkeit und modischer Vielfalt lange Zeit hinterherhinkte. Nachdem auch die Männer sich das Recht auf Baden mit entblößtem Oberkörper erkämpft hatten, war die Oberbekleidung nun mehr modischem als funktionellem Zweck geschuldet. Entsprechende Bedeutung wurde dem Erscheindungsbild nun geschenkt. Dennoch sollte es einige Jahre dauern, bis sich die Herrenwelt mit einer modernen und ausgefallenen Strandmode zeigen konnte.

Diese kam,neben anderen Klassikern, in Form der ”Cabana Sets”, einer Kombination aus leger geschnittenem Strandhemd sowie einer Badehose. Diese gab es schon seit den 40er Jahren, neu war nun aber das Design mit einheitlichem, gedrucktem Muster. Genaugenommen war auch das nichts wirklich Neues, viele dieser Strandmuster wurden lediglich aus der revolutionären Damenbademode auf die Herrenmode übertragen…die Kombination aus beidem jedoch der Garant für die Popularität: eine gewaltige Vielfalt an ”Cabana Sets” ließ sich binnen kurzer Zeit an Stränden und Beachressorts bestaunen. Und nicht nur da, es avancierte zum universellen Sport -und Freizeitoutfit für jung und alt. Neben farbenfrohen, karierten oder gestreiften Versionen rangierten vor allem Designs mit wiederholendem Motivmuster ganz oben auf der Beliebtheistsskala: Blätter, Palmen oder Muscheln, ”technische” Motivdrucke aus der Wirtschaftswunderzeit, wie Atomwirbel, Raketen und Automobile, Hawaii -und Tikimuster oder auch stilisierte Horizontlandschaften und Batikoptik.

Das Tierreich lieferte einige der populärsten Vorlagen: Zebra -und Tigerstreifen, Leopardenmuster und Schlangenhautoptik und ähnliches. Das mit Eidechsen bedruckte ”Lounge Lizard Cabana Set” soll zu den bemerkenswertesten gehört haben.

In den USA wurden die Cabana Sets von diversen Herstellern wie Jantzen, Catalina  und Cole vertrieben, um nur drei der Bekanntesten zu nennen. Auch in Deutschland war es populär, wenn auch im Design nicht ganz so ausgefallen wie in den USA.

Vintage-Cabana Sets sind heute über verschiedene Auktionsportale wie Onlineshops zu finden, nicht selten für schwindelerregende Preise. Neuwertige gibt es beispielsweise bei Shakatime oder Mauishirts, wenngleich nicht immer das damalige Design erreicht wird.

Besitzt ihr schöne Cabana Sets? Lasst es uns wissen!

//Moritz//

www.envisioningtheamericandream.wordpress.com

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Buschhemd und Shorts aus deutscher Modenzeitung

Buschhemd und Shorts aus deutscher Modenzeitung

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Let’s get Burlesque

Sinnlich und talentiert – Darf ich vorstellen? ‘The Petits Fours’. Die wahrhaft reizenden Künstlerinnen präsentieren in ihrer Burlesque-Revue im Stile der 30er bis 50er Jahre ein Dessert aus Burlesque, Gesang und Komödie. Verlockend inszeniert, wissen sie ihre weiblichen Reize gekonnt in Szene zu setzen. Das Konzept ihres Erfolgs behalten die Damen jedoch keines Wegs für sich. In ihren Workshops geben sie die Tipps und Tricks der sinnlichen Verführung preis: Nach einem ladyliken Sektempfang und Kennenlern-Plausch, führt Clarissa – talentierte Choreographin und Produzentin der Petits Fours – die Workshop-Teilnehmerinnen in die Welt der Dekadenz, des Glamours und der Verführung ein. Schnell in die Rolle einer Vaudeville-Tänzerin der 30er Jahre geschlüpft, stehen neben dem Erlernen des richtigen Laufens auf High Heels, das Training typisch burlesquer PinUp-Posen und das stilvolle Entblättern mittels Handschuhen und anderer Accessoires auf dem Workshop-Programm. Statt nackter Tatsachen erlernen die Teilnehmerinnen die stillvolle Kunst der Entkleidung garniert mit einem Augenzwinkern. Clarissas Fingerspitzengefühl und die passende Musik machen es einem leicht seine verführerische Seite zu entdecken und die Hüllen fallen zu lassen. Zurückhaltung und Schüchternheit sind schnell abgelegt, da vor allem der Spaß an erster Stelle steht. Und damit die Erinnerung an die sinnliche Erfahrung nicht verblasst, erhalten die Teilnehmerinnen am Ende des Tages eine CD mit Making-of-Fotos.

Die nächste Gelegenheit für Euch in die Rolle einer Vaudeville-Tänzerin der 30er Jahre zu schlüpfen, bietet sich am Sonntag, 25. November, in Köln. Die Anmeldung erfolgt online auf www.the-petits-fours.de

//Janna//

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