Burlesque von Kopf bis Fuß

Burlesque ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern eine besonders individuelle Ausdrucksform der Selbstdarstellung und Unterhaltung. Um dieser Darbietung auch von Kopf bis Fuß gerecht zu werden, wird ein Burlesque-Kostüm nicht einfach von der Stange gekauft. Es bedarf viel Arbeit, Kreativität und Detailverliebtheit um dieses Eine zu entwerfen und anzufertigen. Ein meist aufwendiges Unterfangen, welches den Auftritt der Tänzerin perfektioniert und Ihr den ganz besonderen Charme verleiht. Um dieses Handwerk einmal näher zu betrachten, habe ich die Münchner Filly Follies gebeten, mir Rede und Antwort zu stehen und einen kleinen Einblick in Ihre Kunstfertigkeit abseits der Bühne zu gewähren.


Wer sind die Filly Follies?
Die Filly Follies sind eine New-Burlesque-Truppe aus München, bestehend aus Diva DeSaster, Aphrodite DeVine und ChiChi Bouvet. In München ist Burlesque immer noch nicht so bekannt wie in anderen Großstädten, aber in den letzten zwei Jahren hat sich hier schon viel getan.

Seit wann gibt es Euch?
Die Filly Follies gibt es seit 2008, wir haben uns bei einer Swing-Party kennengelernt und schnell unsere gemeinsame Leidenschaft entdeckt. Den Wunsch, selbst eine Burlesque-Truppe auf die Beine zu stellen, hatten wir alle schon lange. Ins Rollen kam die Sache aber erst, als wir uns begegnet sind. Und dann ging es Schlag auf Schlag!

Wer ist Euer Nähwunder ;-) ?
Aphrodite DeVine: Ich versuche, soviel es geht selbst zu machen, und die Entwürfe sind natürlich immer von mir selbst. Da meine Tante in ihrer Jugend beim Münchner Couturier Schulze-Varell in die Lehre ging ist sie natürlich für die anspruchsvolleren Näharbeiten meine erste Ansprechpartnerin.
Diva DeSaster: ich mache alles in mühsamer Arbeit selber. Vom Schnittmuster bis zu den letzten Details. Das ist zwar sehr aufwendig, aber am Schluss auch sehr befriedigend.
ChiChi Bouvet: Was möglich ist mache ich selbst. Ich nähe wahnsinnig viel mit der Hand auf, wie z.B. alle Perlen und Paillettenapplikationen. Auch an BHs und Korsetts nähe ich alles mit Hand. Falls mal was Schwierigeres mit Schnitt zu nähen ist, lasse ich mir ebenfalls von Aphrodites Tante helfen. Sie ist ein wahres Nähwunder!

Wie viel macht ihr selbst?
Aphrodite: Ich versuche, soviel wie möglich an Kostümen und Requisiten selbst herzustellen, da ja nur ich weiß, wie der Act beschaffen sein soll, welche Stimmung ich repräsentieren möchte. Wo ich Hilfe brauche sind meine Mutter, die bildende Künstlerin ist und meine Tante, gelernte Schneiderin, immer für mich da.
Diva: wie schon gesagt mache ich die Kostüme komplett selber, bis auf die Korsetts, die ich fertig kaufe, danach aber individuell verziere. Außerdem habe ich auch alle meine bisherigen Requisiten selbst gebaut.
ChiChi: Korsetts und Wäsche kaufe ich und verschönere sie mit Stoff, Strass und Perlen so dass sie auf der Bühne schön glitzern. Fächer kaufe ich ebenfalls, aber auch die werden mit Steinen verziert. Wenn ich ein bestimmtes Teil im Kopf habe, macht mir Aphrodites Tnate nach meinen Vorstellungen den Schnitt und näht es für mich.

Wo kriegt Ihr Eure Kostüme bzw. die Einzelteile hierfür her?
AD: Ich sammle die Ideen und Einzelteile auf, wo ich gehe und stehe. Das kann der Baumarkt sein, der Supermarkt, IKEA, klar, der Wäschefachhandel oder für die ausgefallenen Stücke auch mal ein diskreter Internetversand. Ich bin da flexibel und laufe oft lange den Requisiten für eine Nummer hinterher, bis das Gefühl dahinter stimmig ist.
DD: Der Baumarkt ist mein H&M!!! Ultimativer Geheimtipp für Stoffe und Borten ist Restemaier in Augsburg. Und natürlich das Internet.
CCB: Ich kaufe fast alles auf ebay oder im Internet – von Strasssteinen bis Paillettenapplikationen und Borten. Bei Stoffen ist es allerdings besser sie im Laden zu kaufen, weil man sie sehen und fühlen muss, da hier Qualität entscheidend ist. Natürlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man kann auch ein wunderbares Stück auf dem Flohmarkt finden, dass dann als Inspiration für ein Kostüm dient.

Tragt Ihr auch original (authentische) Kostüme?
AD: Mein Faible für Vintage-Lifestyle und Kleider kommt eher in meiner Privatgarderobe zum Tragen, nicht so sehr auf der Bühne. Die Kostüme sind oft starken Belastungen durch das dauernde An-und Ausziehen ausgesetzt, das wäre mir zu gefährlich.
DD: Nein, ich tue das nicht. Ich möchte, dass meine Kostüme individuell sind und noch nie in der gleichen Form existiert haben. Ich schätze alte Sachen sehr, ist aber einfach Nichts für mich auf der Bühne
CCB: Ich finde Vintage Kostüme wahnsinnig schön, aber ich glaube auch, wie Aphrodite bereits gesagt hat, dass sie den Belastungen nicht standhalten. Ich trage zum Ausgehen fast ausschließlich Vintage Kleider und weiß aus Erfahrung, dass die Stoffe mit der Zeit oft brüchig werden können. Trotzdem gibt es nichts schöneres als ein neues Stück für meine Sammlung zu finden.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Filly Follies herzlich bedanken. Sie werden übrigens am 26.3.2011 in der Münchner Drehleier zu sehen sein. Ms. ChiChi Bouvet wird außerdem am 29. Januar auf der Münchner Swingeria im 59:1 zu sehen sein.

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