Das Hawaiihemd- Ein Zeichen des guten Geschmacks

Blumen, Fische, exotische Vögel, traumhafte Landschaften mit Palmen und Sonnenuntergängen. Kaum ein anderes Kleidungsstück wird so stark mit einem exotischen Gefühl  in Verbindung gebracht wie das Hawaiihemd, auch Aloha-Shirt genannt. Auf Hawaii selbst begleitet es die Insulaner so gut wie jeden Tag. Hierzulande erfreut sich das Hawaiihemd seit einigen Jahren ebenfalls wachsender Beliebtheit.

Ich möchte an dieser Stelle den Fokus nicht auf den bekannten Entertainer Jürgen von der Lippe lenken, der sich nicht scheute ein auffälliges Hawaiihemd über seinem stark ausgeprägten Leib zu tragen, vielmehr möchte ich dem Vorurteil entgegensteuern, ein Hawaiihemd passe nur zu Tennissocken und Sandalen am weißen Männerbein.  Gern möchte ich hier  einen kleinen Einblick in die Geschichte des Aloha-Shirts geben und, im besten Falle, einige geneigte Leser anregen, sich ihm anzunähern.

Bereits im 19. Jahrhundert sah man Bewohner einer Inselgruppe im Pazifik, der sogenannten  Hawaiian- oder Sandwhich Islands, bunte auffällige Hemden tragen.  Anfang des 20. Jahrhunderts begann man das Hemd auf die bekannte, übliche Weise „über der Hose“ zu tragen. Waren es zu dieser Zeit noch Randgruppen der hawaiianischen Bevölkerung die vorrangig Hawaiihemden trugen , so wurde es im Laufe der folgenden Jahre zu einem „It-Kleidungsstück“ welches nun ebenso von Hawaiis gut betuchter Jugend entdeckt und kultiviert wurde. Im  Zuge dessen wurden die Materialien leicht und angenehmer. So wurde und wird für ein Hawaiihemd Seide, Viskose und Baumwolle verwendet. In den 40er Jahren entdeckten Touristen des amerikanischen Festlandes das Hawaiihemd als Kleidungsstück und Souvenir.  Dies erklärt die boomartige Popularität des Hemdes bis in die 50er und 60er Jahren. Sogar Künstler wie Frank Sinatra, Elvis Presley und Bing Crosby trugen es in der Öffentlichkeit.

Bekannte Designer der klassischen Hawaiihemden, sind Ethel Lum, als erste Hawaiihemden-Designerin, Ellery J. Chan und Sig Zane, um nur einige zu nennen. Um als wirkliches Aloha-Shirt  (Kalakaua, das originale Hawaiihemd) bezeichnet werden zu können, muss das Hemd auf Hawaii gefertigt worden sein und es muss drei typische Kennzeichen aufweisen können. Da ist erstens der gerade Saum unten am Abschluss. Zweitens Knöpfe aus Kokosnussschalen und drittens Taschen, die das prächtige Muster des Hemdes nicht unterbrechen dürfen. Bis heute werden Aloha-Shirts in klassischer Tradition hergestellt, wenn auch inzwischen junge Designer das Hemd ab und an mit neuen, modernen  Akzenten verfeinern.

Alles in allem bleibt, ungeachtet modischer Modifizierungen,  ein Gefühl von Exotik und Urlaub schon beim bloßen Betrachten der traumhaften Stoffe. Ob als klassisches Hawaiihemd ober auch für die Damen als Blumenprint bei Blusen, in  Stoffen für Vorhänge und Bezüge, es bleibt ein Hauch von Südseetraum. Wer Hawaiihemden jedoch lediglich als Geschmacklosigkeit der 80er Jahre in Europa begreift, der hat sich von billigen Imitaten, getragen von übergewichtigen Männern mit viel zu weißen Beinen blenden lassen.

Wer darüber hinaus auf den „guten“ Geschmack gekommen ist und sich näher mit dem Phänomen Hawaiihemd beschäftigen möchte, dem sei folgender üppiger Bildband ans Herz gelegt: The Aloha Shirt von Dale Hope & Gregory Tozian (19,90 EUR)

Eine Auswahl traumhafter hawaiianischer Stoffe bieten folgende Internetseiten:

www.barkclothhawaii.com / www.hawaiifabricmart.com (siehe auch Artikel ‘Aloha Vorhang!’)

Weitere Links zum Thema: www.sigzane.com / www.hawaiihemd.de

//Pia Zadora//

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