I love Lucy

Obwohl Sie in den USA einer der größten Fernsehstars aller Zeiten war und bleibt, ist Lucille Ball in unseren Sphären kaum bekannt. Tragisch, wie ich finde – dabei ist ihre Biographie doch mindestens so spannend und hinreißend wie ein Film!

Geboren am 6. August 1911 in Jamestown, NY entschloss sich Lucille im zarten Alter von 15 Jahren, nach New York City zu gehen um dort ihr Glück als Schauspielerin zu versuchen. Wie Bette Davis besuchte sie die John Murray Anderson School of Dramatic Arts, wo Lucille jedoch ausgesprochene Talentfreiheit attestiert wurde. In einem Brief an hire Mutter hieß es: “Lucy’s wasting her time and ours. She’s too shy and reticent to put her best foot forward.”

Unglücklich kehrte sie zu ihrer Familie in Celoron, NY zurück. Als kleines Stehaufmännchen liess sie sich jedoch nicht lang von ihrer Idee abbringen, färbte sich ihre damals noch haselnussbraunen Haare blond und kehrte 1928 nach NY zurück, wo sie zunächst als Mannequin für Hattie Carnegie, dann als Chesterfield Zigarette Girl Arbeit fand. Nach einigen Rückschlägen kam Lucilles Karriere langsam ins Rollen: sie änderte ihren Namen in “Diane Belmont” und wurde Chorusgirl in einigen Broadway Shows, unter anderem Florenz Ziegfelds “Rio Rita”. Genau so schnell wurde sie jedoch wieder gefeuert. Gerüchteweise wurden damals die Showgirls auch zur Unterhaltung der New Yorker Mobster bei großen Dinnerparties angeheuert – jede erhielt eine 100$ Note unter ihrem Teller. Ob und wie Lucy in solche Aktivitäten involviert war, bleibt zu spekulieren.

Anfang der 30er Jahre zog Lucille nach Los Angeles, um ihre Möglichkeiten in der Filmwelt auszutesten. Der Plan ging auf und so erschien sie zunächst als Teil der Tanz Ensemble, dann in kleineren Rollen an der Seite von Katherine Hepburn, Ginger Rogers und Fred Astaire. Insgesamt sollte sie in ihrem Leben in 72 Filmen zu sehen sein, die meisten davon zweitklassig, was ihr schon zu Lebzeiten den Titel “Queen of the B’s” einbrachte.

Der wohl schicksalhafteste Dreh für Lucille sollte “Dance, Girl, Dance”  im Jahre 1940 werden: hier lernte sie ihre große Liebe Desi Arnaz kennen. Nach ihrem zweiten gemeinsamen Film “Too many Girls”  brannten Ball und Arnaz durch und heirateten – nachdem sie nur eine Woche vorher beschlossen hatten, sich trennen zu müssen. Obwohl – oder vielleicht weil- die beiden ein so ungleiches Paar waren, hielt ihre Liebe fast 20 Jahre lang. Eine weitere “wichtige” Entscheidung fällte Lucille 1942 auf Drängen der MGM hin: sie färbte ihre Haare rot.

Als Lucy’s Karriere Ende der 40er Jahre nicht die Filmrollen brachte, die sie sich erhofft hatte, war es Desi, der sie drängte, Rundfunk auszuprobieren. Sie landete eine Rolle in “My favorite Husband”, einer erfolgreichen Radio-Comedy. Der Fernsehsender CBS zeigte sich schnell interessiert, ein ähnliches Format für’s Fernsehen zu produzieren. Bald darauf wurde die Idee für I Love Lucy geboren, die sehr nah am richtigen Leben des glücklichen Paares spielte. Lucy bestand sogar darauf, Ihren eigenen Ehemann in der Rolle des kubanischen Entertainers ‘Ricky Ricardo’  in der Serie zu casten – vielleicht unter anderem, um den als Ladies’ Man verschrieenen Desi von allzu großen Ausschweifungen abzuhalten.

Der Serienplot beinhaltete typische Eheprobleme der 50er, immer wiederkehrende Witzeleien über Ricky’s spanischen Akzent (das legendäre “Lucy, you got some ‘splainin’ to do!”)  und Lucy’s erfolglose Versuche sich als Tänzerin in Ricky’s Show einzuschleichen. Mit Bill Fawley und Vivian Vance als schrulliges Vermieterpärchen Fred und Ethel Mertz gelang Ball und Arnaz eine Punktlandung. Am 15. Oktober 1951 wurde der Pilot für I love Lucy ausgestrahlt und landete schlagartig in den Herzen der Zuschauer, die Lucy bis heute (vermutlich in der dritten Generation)  fantastische Einschaltquoten verschaffen. Für vier Staffeln war I love Lucy die Nr. 1 in den USA, im Jahr 1953 mit 67,3 % Einschaltquote unübertroffen.

So erfolgreich wurde die Serie, dass Lucille und Desi zunächst eine eigene Produktionsfirma (Desilu) und dann ein komplett eigenes Studio gründeten, das zeitweise dem Marktführer MGM Konkurrenz machte. Trotz aller Fernseherfolge ging das private Glück der Arnaz’ Familie den Bach herunter. Desi wandte sich zunehmend dem Alkohol zu und bemühte sich nicht mehr, seine Affären geheimzuhalten. Im Jahr 1960 ließen sich Lucille und Desi scheiden, die Trennung bahnte sich jedoch schon einige Jahre an (das Paar hatte schon 1944 einmal die Scheidung eingereicht, sie jedoch zurückgenommen, bevor sie rechtskräftig wurde). Dennoch spielten sie in “I Love Lucy” weiterhin professionell als Ehemann und Frau, und auch in der Nachfolgesendung “The Lucy and Desi Comedy Hour”  wurde die Fassade gewahrt.

Beide heirateten erneut, blieben jedoch bis zu Desi’s Tod 1986 nicht zuletzt durch ihre beiden Kinder, eng verbunden. Am 26. April 1989 starb Lucille Ball in Beverly Hills während einer Herz OP.

//Anna//

Vielen Dank an die reizende Gastautorin und Lucille Ball begeisterte Anna!

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2 Antworten auf I love Lucy

  1. Aghy sagt:

    Lucille started her cearer as a fashion model and then had many small parts in theater and movies. She was not an exceptional actress but for some reason she kept with it. About twenty years after her start in show biz she morphed from a pretty faced actress to the comic role we know her so well as. I don’t know much about her internal life, but I do know that rejection and disappointment didn’t stop her.I Love Lucy made it possible for her to work together with her husband (probably saving their marriage) and to blossom into her real talent of comedy that we still appreciate more than 50 years after they stopped filming. I love the feeling of hope and possibility that her life shows to me. Vitameatavegamin, art, meditation, acting, spiritual study, music, writing, relationships, exercise, or flossing my teeth may not start out as the most exciting, rewarding, or fruitfull activities but investing my heart and time

  2. frederick sagt:

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